Mourvèdre Noir, in Spanien auch als Monastrell bekannt, ist eine traditionsreiche und charakterstarke rote Rebsorte mit einer interessanten Geschichte.
Ursprung und Verbreitung:
- Die Rebsorte stammt ursprünglich aus Spanien, genauer gesagt aus der Region um Valencia. Dort wird sie unter dem Namen Monastrell geführt und ist eine bedeutende Sorte.
- Es wird angenommen, dass sie vor der Römerzeit von karthagischen Kolonisten nach Spanien gebracht wurde. Karthago war eine antike phönizische Stadt im heutigen Tunesien, die weitreichende Handelsbeziehungen im westlichen Mittelmeerraum unterhielt.
- Im 14. Jahrhundert fand die Rebe ihren Weg über die Pyrenäen nach Frankreich und etablierte sich zunächst im Roussillon.
- Später breitete sie sich im Languedoc und der Provence aus, wo sie heute eine wichtige Rolle in vielen Rotwein- und Rosé-Cuvées spielt und unter dem Namen Mourvèdre bekannt ist.
- Weltweit findet man Mourvèdre/Monastrell auch in anderen Weinbauregionen, darunter Australien (oft als Mataro bezeichnet), Kalifornien und Südafrika.
Eigenschaften:
- Mourvèdre ist eine spätreifende Rebsorte, die warme Klimata und viel Sonnenschein benötigt, um vollständig auszureifen.
- Sie bevorzugt karge, steinige Böden und ist relativ trockenheitstolerant.
- Die Beeren haben eine dicke, dunkelblaue bis schwarze Schale.
Weincharakteristik:
- Weine aus Mourvèdre Noir sind in der Regel tanninhaltig mit einer guten Struktur und einem kräftigen Körper.
- Sie zeichnen sich durch würzige Aromen aus, darunter Noten von:
- Schwarzem Pfeffer
- Lorbeer
- Thymian
- Wildbret
- Mit zunehmendem Alter entwickeln sich oft auch komplexe Aromen von Leder, Tabak, Lakritz und dunklen Früchten (Brombeere, Pflaume).
- Jüngere Weine können eine rustikale Note haben, die mit der Reife jedoch weicher und eleganter wird.
- Mourvèdre besitzt ein außergewöhnliches Alterungspotenzial. Gut gemachte Mourvèdre-Weine können über viele Jahre hinweg an Komplexität und Finesse gewinnen.

Bedeutung und Verwendung:
- In der südlichen Rhône ist Mourvèdre eine der Hauptrebsorten und spielt eine wichtige Rolle in berühmten Appellationen wie Châteauneuf-du-Pape, wo sie zu Struktur, Farbe, Tanninen und würzigen Noten beiträgt. Sie ist auch ein wichtiger Bestandteil der Rotweine der Côtes du Rhône und des Lirac.
- In der Provence wird Mourvèdre ebenfalls in Rotwein-Cuvées verwendet und trägt zur Komplexität und Struktur der Bandol-Rotweine bei, die oft einen hohen Anteil an Mourvèdre aufweisen und für ihr Alterungspotenzial bekannt sind. Sie ist auch in einigen Roséweinen zu finden, wo sie für zusätzliche Struktur und Aromen sorgt.
- Im Languedoc-Roussillon ist Mourvèdre ein wichtiger Verschnittpartner in vielen Rotweinen, insbesondere in Appellationen wie Corbières und Fitou.
- In Spanien (Monastrell) ist sie die dominierende Rebsorte in Regionen wie Jumilla, Yecla und Bullas, wo sie körperreiche, fruchtige und würzige Rotweine hervorbringt.
Weitere Farbvarianten:
Wie in Ihrer Beschreibung erwähnt, gibt es auch:
- Mourvèdre Blanc (Weiß): Eine sehr seltene weiße Mutation des Mourvèdre Noir, die hauptsächlich im Rhône-Tal (z.B. in einigen weißen Châteauneuf-du-Pape) und im Languedoc vorkommt. Sie ergibt körperreiche Weißweine mit Aromen von Kräutern, Gewürzen und Zitrusfrüchten.
- Mourvèdre Gris (Grau): Eine ebenfalls seltene graue Mutation, die hauptsächlich für die Produktion von Roséweinen verwendet wird und diesen eine besondere Komplexität verleihen kann.
Zusammenfassend ist Mourvèdre Noir (oder Monastrell) eine anspruchsvolle, aber lohnende rote Rebsorte, die tanninreiche und würzige Weine mit einem bemerkenswerten Alterungspotenzial hervorbringt. Ihre historische Verbindung zu Spanien und ihre heutige Bedeutung in Südfrankreich machen sie zu einem faszinierenden Bestandteil der mediterranen Weinkultur. Die Existenz der seltenen weißen und grauen Mutationen unterstreicht die genetische Vielfalt dieser Rebsortenfamilie.

