Das ist eine faszinierende Rebsorte, die oft im Schatten ihrer berühmten Schwester, der Grenache Noir, steht – völlig zu Unrecht! Der Lledoner Pelut (oder „Wollige Grenache“) ist ein echter Geheimtipp für Fans von charakterstarken Weinen.
Warum „behaart“? Der biologische Vorteil
Der Name ist Programm: Die Unterseite der Blätter ist mit feinen, flaumigen Härchen bedeckt. Was im ersten Moment kurios klingt, ist eine geniale Überlebensstrategie der Natur:
- Verdunstungsschutz: Die Härchen halten die Feuchtigkeit direkt am Blatt und schützen die Pflanze vor dem Austrocknen in den heißen, windigen Regionen Südfrankreichs (Languedoc-Roussillon) und Kataloniens.
- Widerstandsfähigkeit: Im Vergleich zur herkömmlichen Grenache gilt der Lledoner Pelut oft als robuster gegenüber Krankheiten und extremer Hitze.

Das Geschmacksprofil: Wildheit trifft Eleganz
Obwohl sie eng mit dem Grenache verwandt ist, hat die „Hairy Grenache“ eine ganz eigene Persönlichkeit:
- Struktur
Meist etwas mehr Säure und eine festere Tanninstruktur als die klassische Grenache Noir. - Alkohol
Sie neigt weniger zu extrem hohen Alkoholwerten, was die Weine oft frischer und „trinkiger“ macht. - Aromatik
Neben den von dir genannten dunklen Früchten findet man oft Garrigue-Noten (Rosmarin, Thymian) und eine erdige Mineralität.
Mein Fazit: Wer die Opulenz der Grenache liebt, aber nach mehr Struktur und „Trinkfluss“ sucht, kommt am Lledoner Pelut nicht vorbei. Er ist die intellektuelle, drahtige Variante eines Klassikers.

