Grenache ist eine bedeutende und weit verbreitete Rebsorte, die ihren Ursprung in Aragon in Spanien hat. Dort ist sie als Garnacha Tinta bekannt.
Verbreitung und Geschichte:
- Im 14. Jahrhundert überquerte der Anbau der Grenache die Pyrenäen und gelangte nach Frankreich.
- Ab dem 19. Jahrhundert erfuhr sie eine weite Verbreitung im Languedoc-Roussillon und wurde zu einer der wichtigsten Rebsorten der Region.
- Heute ist Grenache eine der meistangebauten roten Rebsorten weltweit, insbesondere in Spanien, Frankreich (Rhône-Tal und Languedoc-Roussillon), Italien (Sardinien als Cannonau), Australien und Kalifornien.
Anpassungsfähigkeit:
- Grenache ist eine äußerst robuste Rebsorte, die sehr wind- und dürreresistent ist. Diese Eigenschaften machen sie ideal für die oft trockenen und windigen Bedingungen in vielen Weinbauregionen, insbesondere im Mittelmeerraum.
- Sie bildet feste Rebstöcke mit aufrechtem Wuchs, was die Bewirtschaftung in trockenen Gebieten erleichtert.
Farbvarianten:

Die Grenache-Rebe existiert in drei Hauptfarbvarianten:
- Grenache Noir (Schwarz): Dies ist die an der häufigsten angebauten und bekanntesten Variante. Sie wird hauptsächlich für die Produktion von Rot- und Roséweinen verwendet.
- Grenache Gris (Grau): Eine Rosé-Mutation der Grenache Noir. Sie wird hauptsächlich für die Herstellung von Roséweinen verwendet und kann diesen eine besondere Finesse und aromatische Komplexität verleihen. Sie ist weniger verbreitet als Grenache Noir.
- Grenache Blanc (Weiß): Eine Weißwein-Mutation der Grenache Noir. Sie wird zur Erzeugung von trockenen und manchmal auch süßen Weißweinen verwendet und ist vor allem im Rhône-Tal und im Languedoc-Roussillon von Bedeutung.
Eigenschaften und Weincharakteristik (hauptsächlich Grenache Noir):
- Die Beeren der Grenache Noir haben eine dünne, rot-violette bis schwarze Schale.
- Die Rebsorte ist bekannt für ihren hohen Zuckergehalt und tendenziell niedrigen Säuregehalt.
- Weine aus Grenache Noir sind oft körperreich, vollmundig und haben weiche Tannine.
- Typische Aromen sind:
- Rote Früchte: Erdbeere, Himbeere, Kirsche
- Würzige Noten: Weißer Pfeffer, Kräuter der Provence
- Mit zunehmendem Alter entwickeln sich oft Aromen von Brombeere, Pflaume, Leder und Garrigue.
- Grenache Noir ist ein wichtiger Bestandteil vieler berühmter Cuvées, insbesondere in der südlichen Rhône (z.B. Châteauneuf-du-Pape, Côtes du Rhône) und im Languedoc-Roussillon. Sie trägt zur Fruchtigkeit, Wärme und Fülle der Weine bei.
- Sie wird auch reinsortig ausgebaut und liefert dann oft weiche, fruchtbetonte Rotweine, die jung getrunken werden können, aber auch komplexere, lagerfähige Weine, insbesondere von älteren Rebstöcken.
- Grenache ist auch eine wichtige Rebsorte für die Produktion von Roséweinen, insbesondere in der Provence und im Tavel. Sie verleiht den Rosés fruchtige Aromen, einen vollen Körper und eine angenehme Würze.
Bedeutung im Languedoc:
- Im Languedoc-Roussillon ist Grenache Noir eine der am häufigsten angepflanzten roten Rebsorten und ein unverzichtbarer Bestandteil vieler regionaler Weine. Sie trägt maßgeblich zur Identität und Vielfalt der Weine dieser Region bei.
Zusammenfassend ist Grenache eine vielseitige und widerstandsfähige Rebsorte spanischen Ursprungs, die sich im Languedoc-Roussillon und vielen anderen Weinbauregionen der Welt erfolgreich etabliert hat. Ihre drei Farbvarianten ermöglichen die Produktion einer breiten Palette von Weinstilen, von fruchtigen Rotweinen und körperreichen Rosés bis hin zu aromatischen Weißweinen. Ihre Anpassungsfähigkeit an trockene und windige Bedingungen macht sie zu einer wichtigen Rebsorte in mediterranen Klimazonen.

