Rebsorte – Carignan Noir

Carignan Noir, im Okzitanischen auch Carinhana Negra genannt, ist eine bedeutende rote Rebsorte, die vor allem im Languedoc-Roussillon in Südfrankreich weit verbreitet ist.

Ursprung:

  • Obwohl Carignan oft als in Spanien heimisch dargestellt wird (wo sie Cariñena genannt wird und eine wichtige Rolle in der gleichnamigen D.O. spielt), deuten neuere Erkenntnisse darauf hin, dass ihr Ursprung wahrscheinlicher phönizisch ist. Die Phönizier waren ein antikes Seefahrervolk, das im östlichen Mittelmeerraum beheimatet war und Weinbau in vielen Regionen verbreitete.
  • Die Rebsorte gelangte wahrscheinlich früh nach Spanien und von dort aus ins südliche Frankreich.

Geschichte im Languedoc:

  • Carignan wird im Languedoc mindestens seit dem 12. Jahrhundert angebaut. Ihre lange Präsenz in der Region hat sie zu einem festen Bestandteil der lokalen Weinbautradition gemacht.

Anpassung an das Klima:

  • Carignan ist perfekt an das mediterrane Klima angepasst. Sie gedeiht auf kargen, steinigen Hängen und ist sehr widerstandsfähig gegen Trockenheit. Ihre Robustheit macht sie zu einer idealen Sorte für die oft heißen und trockenen Sommer im Languedoc-Roussillon.

Eigenschaften der Beeren:

  • Die Beeren des Carignan Noir haben eine dicke, dunkelblaue bis schwarze Schale. Diese Eigenschaft macht sie ideal für die Kohlensäuremaischung (Macération Carbonique), eine Methode der Weinherstellung, bei der ganze, unzerquetschte Trauben in einem kohlendioxidreichen Umfeld vergären. Diese Technik betont die fruchtigen Aromen und ergibt weichere Tannine.

Weincharakteristik:

  • Carignan Noir kann ziemlich vollmundige Weine mit einem kräftigen Tannin Gerüst und einer guten Säurestruktur hervorbringen, insbesondere wenn die Erträge kontrolliert werden und die Reben älter sind.
  • Typische Aromen sind köstliche rote und dunkle Früchte wie:
    • Kirsche
    • Brombeere
    • Pflaume
  • Mit zunehmendem Alter können sich auch würzige Noten und Anklänge von Leder und Garrigue (die typische mediterrane Buschlandschaft) entwickeln.
  • Jüngere Carignan-Weine, die oft mit Kohlensäuremaischung hergestellt werden, sind fruchtbetonter, weicher und leichter zu trinken.

Bedeutung und Verwendung:

  • Lange Zeit war Carignan die am häufigsten angebaute rote Rebsorte im Languedoc-Roussillon. Sie trug maßgeblich zur Produktion von Tafelweinen bei.
  • In den letzten Jahrzehnten wurde der Fokus jedoch zunehmend auf die Qualität gelegt, und viele Winzer haben begonnen, die Erträge zu reduzieren und die Reben sorgfältiger zu bewirtschaften, um das volle Potenzial dieser robusten Sorte auszuschöpfen.
  • Carignan wird häufig als wichtiger Verschnittpartner in den Rotweinen des Languedoc verwendet, insbesondere in Appellationen wie Corbières, Minervois und Fitou. Sie trägt zu Farbe, Struktur, Säure und aromatischen Komplexität der Cuvées bei und harmoniert gut mit anderen mediterranen Rebsorten wie Grenache, Syrah und Mourvèdre.
  • Es gibt aber auch immer mehr reinsortige Carignan-Weine, die das Potenzial dieser oft unterschätzten Rebsorte zeigen können, insbesondere von älteren Rebstöcken.

Zusammenfassend ist Carignan Noir eine traditionsreiche und widerstandsfähige rote Rebsorte des Languedoc-Roussillon mit wahrscheinlich phönizischen Wurzeln. Ihre Anpassungsfähigkeit an das mediterrane Klima, die dicken Beeren und das Potenzial für vollmundige, fruchtige Weine machen sie zu einem wichtigen Bestandteil der Weinvielfalt Südfrankreichs, sowohl in Verschnitten als auch in zunehmend beachteten reinsortigen Interpretationen.