Die Provence ist das älteste Weinbaugebiet Frankreichs und weltberühmt für ihre Rosés.
Aber die Region kann viel mehr als nur „Sommer im Glas“ – sie beherbergt eine faszinierende Palette an Rebsorten, die perfekt an das heiße, trockene Klima und den Mistral-Wind angepasst sind.
1. Die roten Rebsorten (Basis für Rosé und Rotwein)
Da etwa 90 % der Produktion in der Provence auf Rosé entfallen, spielen diese Sorten die Hauptrolle. Sie werden meist im Verschnitt (Cuvée) verwendet.
- Grenache: Das Rückgrat der Region. Sie liefert die notwendige Fülle, hohen Alkoholgehalt und Aromen von roten Früchten (Erdbeeren, Himbeeren). Im Rosé sorgt sie für Schmelz.
- Cinsault: Die „Eleganz-Rebe“. Sie ist ertragreich und wird vor allem für Rosés genutzt, da sie wenig Säure und Tannine besitzt, dafür aber wunderbare florale Noten und Frische liefert.
- Mourvèdre: Die Königin der Küste (besonders in Bandol). Sie braucht viel Sonne und „füße im Wasser“. Sie gibt den Weinen Struktur, dunkle Farbe und ein enormes Reifepotenzial mit Noten von Gewürzen und Leder.
- Syrah: Bringt Farbe und Würze (Pfeffer) in die Cuvées. Sie wird oft genutzt, um den Weinen eine tiefere Frucht und ein kräftiges Tanningerüst zu verleihen.
- Tibouren: Eine echte Spezialität der Provence (besonders bei Nizza und im Var). Sie ist eigenwillig, duftet nach Garrigue-Kräutern und verleiht Rosés einen ganz besonderen, erdigen Charakter.
2. Die weißen Rebsorten
Weiße Weine machen nur einen kleinen Teil der Produktion aus, gewinnen aber qualitativ massiv an Bedeutung.
- Rolle (Vermentino): Die wichtigste Weißweinsorte der Region. Sie liefert Weine mit schöner Säure, gutem Körper und Aromen von Zitrusfrüchten, Birnen und Mandeln.
- Clairette: Eine traditionelle Sorte, die für Frische und florale Noten sorgt, aber dazu neigt, schnell zu oxidieren, weshalb sie meist jung getrunken wird.
- Ugni Blanc: Vor allem wegen ihrer hohen Säure geschätzt, die in der Hitze des Südens hilft, die Weine lebendig zu halten.

Kurzprofil: Was macht Provence-Wein so speziell?
| Merkmal | Beschreibung |
| Boden | Kalkstein im Westen, kristallines Gestein (Schiefer/Granit) im Osten. |
| Klima | Mediterran mit über 3.000 Sonnenstunden und dem kühlenden Mistral. |
| Stilistik | Rosés sind meist extrem hell („Zwiebelschale“), trocken und mineralisch. |
Die drei Hauptakteure
Diese Sorten bilden das Fundament fast jedes Rosés aus der Region:
- Grenache: Sie ist unverzichtbar für den Körper. Grenache liefert die nötige Struktur und die typischen Aromen von roten Beeren (Erdbeere, Himbeere). Da sie wenig Farbstoffe besitzt, hilft sie dabei, diesen blassen, lachsfarbenen Ton zu erzielen, für den die Provence berühmt ist.
- Cinsault: Wenn ein Rosé besonders elegant, leicht und blumig schmeckt, liegt das meist an einem hohen Cinsault-Anteil. Sie ist säurearm und bringt eine feine Pfirsichnote sowie Frische ins Glas.
- Syrah: Sie dient oft als „Gewürz“. Schon ein kleiner Anteil Syrah verleiht dem Rosé eine kräftigere Farbe und eine charakteristische Würznote (leichter Pfeffer), die den Wein komplexer macht.
Mein kleiner Tipp: Wenn du einen Rotwein suchst, der mit den großen Bordeaux-Weinen mithalten kann, schau nach einem Bandol Rouge (überwiegend Mourvèdre). Er ist das kräftige, dunkle Gegenstück zum leichten Image der Region.



