Wer an der Côte d’Azur nach Authentizität sucht, landet früher oder später in der Anse de Bonne Terrasse. Dort, wo der Trubel von Saint-Tropez einer fast schon nostalgischen Fischerdorf-Idylle weicht, liegt das Chez Camille.
Authentische Bouillabaisse Erleben
Die Seele der Provence auf dem Teller
Seit 1954 ist das Chez Camille eine Institution, die sich dem wohl anspruchsvollsten Gericht Südfrankreichs verschrieben hat: der Bouillabaisse. Während viele Orte das Gericht touristisch verknappen, wird es hier zelebriert.
Was das Chez Camille besonders macht:
- Das Holzfeuer-Prinizip: Die Bouillabaisse wird hier traditionell über offenem Feuer zubereitet. Das verleiht der Brühe eine Tiefe und ein leicht rauchiges Aroma, das man in modernen Küchen kaum noch findet.
- Frische ohne Kompromisse: Der Fisch kommt direkt von den lokalen Fischern der Bucht. Wenn die Boote morgens anlegen, entscheidet der Fang, was abends serviert wird – von der Drachenkopf (Rascasse) bis zum Petersfisch (Saint-Pierre).
- Die Lage: Man sitzt unter den typischen Schirmpinien, die Füße fast im Sand, mit direktem Blick auf das azurblaue Wasser. Es ist elegant, aber ohne den steifen Prunk der Beach-Clubs am Pampelonne.

Das Erlebnis
Es ist kein Ort für ein schnelles Mittagessen. Ein Besuch im Chez Camille ist ein Ritual. Es beginnt mit der Rouille (der knoblauchlastigen Safran-Mayonnaise), führt über die kräftige Fischsuppe und gipfelt im Filetieren der edlen Fische direkt am Tisch.
„Chez Camille ist kein Restaurant, es ist eine Zeitkapsel. Hier schmeckt das Meer noch so, wie es die Fischer vor siebzig Jahren kannten.“
Mein kleiner Tipp:
Bei mir schwingt da dieser Stolz mit, ein Stück echtes, unverfälschtes Frankreich abseits der Schampus-Partys gefunden zu haben.
Man merkt sofort: Das Chez Camille ist kein Ort, den man zufällig im Vorbeigehen findet – man muss wissen, dass es da hinten am Ende der Bucht von Ramatuelle liegt. Es ist dieser klassische „Geheimtipp“, den man eigentlich nur seinen besten Freunden verrät (und pssst).

