Es gibt Momente in der Weinwelt, die als „Zäsur“ bezeichnet werden können. Das Jahr 2019 war ein solcher Moment. Mit der Veröffentlichung des ersten Jahrgangs des Clos du Temple hat Gérard Bertrand nicht nur einen neuen Wein präsentiert, sondern ein ganzes Genre emanzipiert. Der Rosé hat seine Unschuld als reiner Terrassenwein verloren und seinen rechtmäßigen Platz im Olymp der Edelweine eingenommen.
Die Benchmark des Rosés: Clos du Temple

Gérard Bertrand hat das Unmögliche geschafft: Er hat Roséwein in die Sphären der absoluten Luxusweine gehoben. Sein „Clos du Temple“ gilt heute als das wohl exklusivste und vielleicht beste Rosé der Welt. Er ist das Sinnbild seiner Vision – ein Wein, der zeigt, dass höchster handwerklicher Anspruch und ökologische Verantwortung Hand in Hand gehen können.
Archäologie des Genusses: Die Wurzeln von Cabrières
Bertrand agiert hier wie ein Wein-Historiker. Seine Recherche, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht, führte ihn zur Geburtsstätte des Vin Vermeil in Cabrières. Es ist diese akribische Suche nach Identität, die den Clos du Temple so authentisch macht. Er ist kein Produkt des Marketings, sondern ein Produkt der Geschichte.
Das Terroir: Ein Mosaik der Kontraste
Was diesen Wein so monumental macht, ist das einzigartige Mikroklima, das Bertrand für sein Flaggschiff ausgewählt hat:
- Die Geologie: Ein seltenes Zusammenspiel aus Kalkstein (für die Eleganz und Säure) und Schiefer (für die Mineralität und Struktur).
- Das Klima: Kleine Täler in Höhenlagen, gespeist von frischen Quellen, die den Trauben – allen voran dem Cinsault – eine unvergleichliche Frische bewahren.
Sensorik: Mehr als nur eine Farbe
Der Clos du Temple ist kein Wein, den man einfach nur trinkt; man erlebt ihn.
- Der Stil: Er ist monumental und komplex. Während klassische Rosés oft nur auf Primärfrucht setzen, bietet dieser Wein eine Textur und Tiefe, die man sonst nur von großen Grand Crus aus dem Burgund oder der Champagne kennt.
- Die Lagerfähigkeit: Bertrand hat das Vorurteil widerlegt, Rosé müsse jung getrunken werden. Dieser Wein besitzt das Rückgrat, um über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, zu reifen.
„Mit dem Clos du Temple ist aus der Farbe Rosa ein Statement geworden. Er ist die Antwort auf die Frage, wie viel Tiefgang ein Rosé vertragen kann: Unendlich viel.“
Mein Fazit: Gérard Bertrand hat mit diesem Wein die Grenzen des Machbaren verschoben.
Der Clos du Temple ist die perfekte Symbiose aus historischem Erbe und modernem Qualitätsfetischismus. Er ist endgültig der Wein, der Rosé zum Kultobjekt gemacht hat.


